Quid pro quo? Zur Einsparung des Wissenschaftsministeriums.

In ihrem ScienceBlog-Artikel „Wissenschaftskommunikation in Österreich und die Rolle der Medien“ haben Josef Seethaler und Helmut Denk vor wenigen Wochen den alarmierend niedrigen Stellenwert beklagt, den Wissenschaft und Forschung in unserem Land haben: die Mehrheit der Österreicher (fast doppelt so viele wie im EU-Durchschnitt) betrachtet diesbezügliche Informationen als irrelevant für ihr tägliches Leben, weniger als die Hälfte stimmt einer Unterstützung der Grundlagenforschung durch die öffentliche Hand zu. Hier wie dort bildet Österreich das Schlusslicht unter den Staaten der Europäischen Union. Wenn es noch eines weiteren Beweises für diese von Ignoranz und Desinteresse getragene Auffassung von Wissenschaft bedurft hätte, so bietet diesen die Ressortaufteilung des neuen Regierungsprogramms: die Einsparung eines eigenständigen Ministeriums für Wissenschaft und Forschung und die Zuordnung seiner Agenda zum Wirtschaftsministerium.

Was aber wird hier eingespart,

wenn der nun auch für Wissenschaft zuständige Minister Mitterlehner im Ö1-Morgenjournal vom 17.12. 2013 darlegt „da bleibt das Ministerium komplett gleich, was also die Abteilungen anbelangt, was die Sektionen betrifft, was aber auch die Spitzenbeamten anbelangt; es bleibt jeder in seinem Bereich jeder an seinem Arbeitsplatz“? Es kann doch wohl nicht nur um die Einsparung des Salärs des Wissenschaftsministers gehen!

Was bietet ein gemeinsames Dach mit dem Wirtschaftsministerium?

Dazu Mitterlehner: „es wird hier nur organisatorisch eine gemeinsame neue Führung gestaltet und ein neuer Anspruch auch erhoben, der sich auf die Forschung bezieht. Die EU hat all ihre Programme auf die Innovationskette ausgerichtet, von der Grundlagenforschung über die angewandte Forschung bis zu den Unternehmen hin. Und genau diese Synergiepotentiale, die bessere Effizienz, die verstärkte Effizienz wollen wir auch im Bereich Forschung leben.“

Dies ist die durchaus verständliche Sprache eines Wirtschaftsministers, der ja die Interessen von Industrie-, Gewerbe- und Tourismusbetrieben vertritt. Dies klingt ganz nach zielorientierter, angewandter Forschung, nach Lösungsansätzen für vorgegebene Probleme, deren Erfolge „unmittelbar“ meßbar/brauchbar sind. Die erkenntnisorientierte Grundlagenforschung läßt sich nicht in diesen Rahmen pressen, ist ja eine Reise ins Neuland. Gerade ihre Ergebnisse sind aber die Basis für Innovationen, für entscheidende Durchbrüche nicht nur in Hinblick auf eine prosperierende Wirtschaft eines Landes, sondern auch für das Wohlergehen unserer Gesellschaft und der unserer Nachkommen.

Das Regierungsprogramm gibt vor, daß in den nächsten fünf Jahren Bundesmit­tel zur Anhebung der Forschungsquote verfügbar gemacht werden sollen – allerdings mit dem Zusatz „unter Maßgabe budgetärer Möglichkeiten“. Angesichts limitierter Ressourcen und eines starken Druckes zur Unterstützung der durch das Wirtschaftsministerium vertretenen forschenden Unternehmen (Motto: Sicherung von Arbeitsplätzen, Wirtschafts“entfesselung“), werden ökonomische Überlegungen einer schnell verwertbaren angewandten Forschung und Technologieentwicklung wohl den Vorzug geben vor einer (in den Augen vieler Beurteiler vielleicht nutzlosen) Grundlagenforschung.

Für ein unabhängiges Wissenschaftsministerium!

Wissenschaft und Forschung werden im Regierungsprogramm als elementare Stützen der gesamtstaatlichen Entwicklung Österreichs und seiner Potentiale gesehen und sollen langfristig abgesichert werden. Wenn dazu Rahmenbedingungen und strukturelle Voraussetzungen bestmöglich, wettbewerbsfähig und zukunftsorientiert gestaltet werden müssen, so ist dies wohl am zielstrebigsten in einem eigenen Ministerium, unter Führung eines mit dem akademischen Forschungsbetrieb bestvertrauten Leiters, zu bewerkstelligen. Die Nachordnung unter (vorwiegend) ökonomische Interessen schadet der Wissenschaft und den Wissenschaftern, ist eine Geringschätzung der wichtigsten Ressource, die unser rohstoffarmes Land aufzuweisen hat.


Weiterführende Links

Im ScienceBlog

Josef Seethaler & Helmut Denk; 31.10.2013: Wissenschaftskommunikation in Österreich und die Rolle der Medien. — Teil 2: Was sollte verändert werden?

Josef Seethaler & Helmut Denk; 17.10.2013: Wissenschaftskommunikation in Österreich und die Rolle der Medien — Teil 1: Eine Bestandsaufnahme

Franz Kerschbaum; 13.10.2011: Die Wissenschaftler sind ja selbst schuld

Peter Schuster; 08.09.2011: Grundlagenforschung in Österreich: Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses

Peter Schuster; 11.08.2011: Grundlagenforschung in Österreich: Rekrutierung von Spitzenkräften

Peter Schuster; 21.07.2011: Grundlagenforschung in Österreich: Erkennen von Exzellenz

Peter Schuster; 03.07.2011: Grundlagenforschung in Österreich: Exzellenzstrategie – Mehr als ein Lippenbekenntnis?

Initiativen

Österreich braucht ein WIssenschaftsministerium

Für die Einführung des Ministeriums für Wissenschaft und Forschung

Ein eigenständiges Wissenschaftsministerium für Österreich

Kommentare

BM für Wissenschaft, Fasching und Wirtschaft

Ich identifiziere mich voll mit der Forderung nach der Wiederherstellung eines unabhängigen und kompetent geführten Wissenschaftsministeriums. Es eine Schande für eine Kulturnation, einem Juristen, der von der Wirtschaftskammer kommt, der als Minister hauptsächlich die Interessen von Industrie-, Gewerbe- und Tourismusbetrieben vertritt und der nichts von universitärer Forschung und Lehre versteht, zusätzlich die Verantwortung für den sensiblen Bereich der Wissenschaftspolitik zu übertragen. Immerhin hatten wir - nach dem Possenreißer Johannes Hahn - zuletzt zwei Wissenschaftsminister/-innen, die langjährige authentische Erfahrung aus dem Hochschulbetrieb nachweisen konnten. Welch ein Abstieg jetzt! Wer von den Erfindern dieser absurden Ressort- und Personalentscheidung würde sich zum Beispiel von einem Nichtmediziner eine Darmspiegelung vornehmen lassen, nur weil dieser plötzlich beteuert, dass er ab sofort die Medizin zu seinem Thema macht? Und Kanzler „Feigmann“ schaut seelenruhig zu, wie zwei fachlich inkompetente Regierungsmitglieder das Firnbergerbe bis zur Unkenntlichkeit weiter zerfleddern, bzw. die Forschungspolitik nur mehr als Anhängsel der Wirtschafts- und Verkehrspolitik dahin vegetieren wird. Da wir mitten im Fasching sind, fällt mir naturgemäß noch ein passender Name für das mutwillig zusammengestoppelte Mitterlehnerressort ein: „Bundesministerium für Wissenschaft, Fasching und Wirtschaft“. Vizekanzler "Schwindelegger" wird’s wohl gefallen, und ich werde wohl noch einen Nachtrag für "Eynhufs gesammelte Werke" verfassen müssen, siehe: http://www.amazon.de/Eynhufs-gesammelte-Werke-Sprachspiele-Jahrzehnten/d... .

Norbert Rozsenich

Zu den Agenda gehören wohl

Zu den Agenda gehören wohl auch die immerwährenden Karnevalsumzüge der Beamten vom Minoritenplatz zum Stubenring und retour zwecks gemeinsamer Faschingssitzungen.

Das ist wahre Effizienz und Schaffung von Synergien!

Die Abschaffung des

Die Abschaffung des Wissenschaftsministeriums ist eine Aktion, die international nur Kopfschütteln hervorruft – wie vieles, was diese Regierung tut und vor allem, was sie sein lässt. Der Beitrag trifft den Nagel auf den Kopf.

Wissenschaftskultur

So wie ich seit Jahren eine starke, explizite Repräsentanz der Kultur in der Regierung vermisse trifft mich die "Angliederung" der Wissenschaft an ein anderes umfangreiches Ministerium. Dies will ich explizit nicht als Statement gegen die so wichtigen Wirtschaftsagenden verstanden wissen: auch die verdienen die ungeteilte Aufmerksamkeit eines Resortministers. Klarerweise sind Resortkombinationen nötig/sinnvoll - nur hätte es es da naheliegendere gegeben: Wissenschaft und Kultur, Wissenschaft und Bildung, Wissenschaft, Forschung und Innovation wären Beispiele. Der Wirtschaft hätte man ja auch die Infrastruktur beigeben können und so nicht mal ein zusätzliches Ministerium benötigt. Leider hätte dies wahrscheinlich die so sensible Proporzbalance durcheinandergebracht.

Ich stimme mit dem Science Blog voll ueberein.

One other argument for an independent “Wissenschaftsministerium”:

Since there are no major private universities or private research institutes in Austria, and most of the funding comes from federal sources, the government is in essence responsible for the support of all of science and technology. Only a separate federal Ministerium (for Science and Technology) would have the stature to fulfill this important role in the public eye.

ein gebührend hoher Stellenwert für Wissenschaft und Forschung

Die Mitglieder der Kurie Wissenschaft des Österreichischen Ehrenzeichens für Wissenschaft und Kunst nehmen mit großer Sorge und Unverständnis zur Kenntnis, dass in der neuen österreichischen Bundesregierung Wissenschaft und Forschung nicht mehr durch ein eigenes Bundesministerium und einen eigenen Bundesminister vertreten sind.

Wissenschaft und Forschung, insbesondere auch Grundlagenforschung im naturwissenschaftlichen und geistes- und sozialwissenschaftlichen Bereich, sind unverzichtbare Grundlagen für die Zukunft einer modernen Gesellschaft und zentrale Säulen der Kultur. Sie bedürfen einer überzeugenden und engagierten Vertretung im öffentlichen Leben. Die Zuordnung des Wissenschaftsbereiches, für den das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung zuständig war, zu einem anderen Ministerium erweckt den Anschein einer Nachordnung und eines geringen Stellenwerts, welcher der Wissenschaft seitens österreichischer Politiker beigemessen wird. Damit wird ein fatales Zeichen nach innen und nach außen gesetzt, in einer Zeit, da Länder, mit denen wir uns vergleichen wollen, längst erkannt haben, dass die besondere Förderung der vor allem auch aus dem Hochschulbereich stammenden und „nachwachsenden“ Wissenschaft und Forschung die Zukunft eines Landes nachhaltig bestimmt. Die Bedeutung der Synergien zwischen Wissenschaft und Wirtschaft ist evident. Es darf aber nicht vergessen werden, dass freie, auf Erkenntnis und Entdeckung gerichtete wissenschaftliche Forschung Grundlage und Voraussetzung für Anwendung und Innovation ist.

Wir appellieren daher an die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft, ihrer Verpflichtung für das Wohl unseres Landes gerecht zu werden, dafür zu sorgen, dass Wissenschaft und Forschung in Österreich der gebührende hohe Stellenwert zukommt und dass entsprechende Mittel gemäß früheren Regierungsbeschlüssen leistungsorientiert zur Verfügung gestellt werden.

Helmut Denk ist Vorsitzender der Kurie Wissenschaft des Österreichischen Ehrenzeichens für Wissenschaft und Kunst

Wissenschaft scheint verzichtbar

Ausgerechnet vor der neuen Initiative der Europäischen Union namens Horizon2020, verschwindet Österreichs Wissenschaft bildlich gesprochen hinter den Bergen. Was ist das für ein Zeichen?

Natuerlich wird es weitergehen, ein wenig, schön langsam bleibt nichts anderes übrig, als sich an diese Fehlentscheidungen zu 'gewöhnen', die noch viele Weitere nach sich ziehen wird - Aufräumen werden den Unsinn dieser 'Umstrukturierung' zukünftige Generationen. Forschungstandort Österreich: das wird nichts mehr.

Aber wo sollen die Gedankenkinder Schrödingers und Boltzmanns denn herkommen, die klugen 'hotspots', die sich an vielen Universitäten in Österreich geformt haben, werde die diesen 'meltdown' überleben? Ist es denn nicht schon lange klar, dass Oesterreich auf die Einbettung in Europas wirklich angewiesen ist - und nun wird es endgueltig eine Einbahnstrasse und das macht das nachbarschaftliche Verhaeltnis auch wirklich nicht besser, wenn die Investition in die Wissenschaft schlicht eingestellt wird und es eine Einbahnstrasse bleibt - soll den niemals eigener Nachwuchs entstehen? Wie will Oesterreich ohne eine solide Grundlagenforschungsförderung denn die Technologie von Morgen mitgestalten? wo sollen die qualifizierten ÖsterreicherInnen denn in Zukunft herkommen.

Und es geht nicht um 'Geld' an sich - es geht auch um Respekt, um Wahrnehmung und um Selbstverständnis. Von welchen 'Rektorengeschenken' bitte ist denn die Rede! dieser ductus allein zeigt leider nur zu exemplarisch, wie es um die Wahrnehmung der Wissenschaft im neuen Ministerium bestellt ist.

Kluger und wissensbasierter Einsatz von -vielleicht auch knappen- Resourcen in die richtigen Initiativen, eine transparente Verteilung von den resultierenden Forschungsfoerderung - wird das möglich sein? Wollen wir das wirklich als Gesellschaft riskieren?

Wahrscheinlich haette man es wissen koennen - die Wissenschaft scheint verzichtbar und Populismus siegt. Genfrei und Atomfrei für alle Ewigkeit also - nicht mehr und nicht weniger. Keine Suche nach Neuem oder der ernsthafte und kontinuierliche Versuch, als Land eigene Wege zu schaffen - ich habe so originelle Koepfe erlebt, werden sie bleiben oder gehen wir alle besser in den Winterschlaf?

Der gerade Weg von Herrn Toechterle wurde unterbrochen - eine paradoxe Intervention sondergleichen.

Brain-Drain

Die Zusammenlegung der beiden Ministerien ist ein fatales Zeichen für gut ausgebildete und engagierte (junge) Wissenschafter. Der merkbare Anstieg des „Brain-Drain“ wird durch diesen symbolischen Akt wohl weiter verstärkt werden.
Als junger Naturwissenschafter kenne ich die Überlegungen meiner Kommilitonen nach dem Bachelor ins Ausland zu gehen. Die Abschaffung des Wissenschaftsministeriums wird die Entscheidung jedenfalls beeinflussen.

Den letzten Satz dieses Artikels sollten sich die Politiker bewusst machen:
Österreich muss zunehmend in (Grundlagen-)Forschung investieren, da es genügend Staaten gibt, die rohstoffreicher sind oder günstigere Arbeitskräfte bieten können. Um den Wohlstand langfristig sichern zu können, müssen wir auf Know-how und neue Technologien setzen.

brain drain

Lieber Philipp, der brain drain trägt zum Ruin unseres Landes bei, ist aber leider vorhersehbar. Das Desinteresse an Wissenschaft und auch die Wissenschaftsfeindlichkeit, die sich in den "Aktionen" unserer Regierung spiegelt, veranlasst wohl viele junge Wissenschafter unser Land zu verlassen und dort zu arbeiten, wo sie willkommen und respektiert sind.

Wir Alten haben die entsetzliche Vernichtung wissenschaftlichen Potentials in den späten 1930er Jahren zwar nicht mehr erlebt (beispielsweise die Flucht unseres Blog-Autors Carl Djerassi), dafür aber den Auszug von Spitzenwissenschaftern ab den 1960er Jahren, deren Wert im Ausland nach wie vor enorm geschätzt wird und die dort auch höchste Positionen erlang(t)en (beispielsweise unsere Autoren Gottfried Schatz und Peter Palese).

Wissenschafter sind von ihrem Fachgebiet fasziniert und bestrebt hier ein Optimum an Wissen und Arbeitskraft einzusetzen,sie möchten aber auch eine gewisse Akzeptanz erfahren. Die gegenwärtigen Aktionen unserer Bundesregierung tragen dazu sicherlich nicht bei. Man kann es Deinen Kommilitonen daher sicher nicht verübeln, wenn sie überlegen nach dem Bachelor ins Ausland zu gehen - viele beginnen ihr Studium überhaupt gleich im Ausland.

Leider!

Kulturbegriff: Leistungen in

Kulturbegriff:

Leistungen in Wissenschaft und Forschung sind in Österreich als wesentlicher Teil des Kulturbegriffes verlorengegangen. Die Übertragung der Aufgabenbereiche des Wissenschaftsministeriums auf den ob der neuen Verantwortlichkeit „überraschten“ Wirtschaftsminister ist eine erschütternde Bestätigung für diese Tatsache. Offensichtlich lassen sich die Aktivitäten und Verantwortlichkeiten eines bisher „hauptberuflich“ national und international mit großem Einsatz agierenden Wissenschaftsminister ohne Effizienzverlust auf einen im eigenen Wirkungsbereich voll ausgelasteten Wirtschaftsminister übertragen!
Wenn BM Reinhold Mitterlehner im Interview mit Tageszeitungen verspricht, dass die Fusion der beiden Ministerien Vorteile bringen wird, stellt sich die Frage, ob sich hier nicht Visionen mit Halluzinationen vermengen.

Zusammenfassend: Die Streichung der Position eines Wissenschaftsministers hat für die nationale und internationale „Scientific Community“ eine im hohen Maße negative Signalwirkung.

Nachsatz: Könnte es tatsächlich sein, dass Karlheinz Töchterle aufgrund seiner hohen Werte in der Beliebtheitsskala für LH Erwin Pröll als Gefahr für seine Chancen bei der kommenden Wahl des Bundespräsidenten gesehen wird? Wer erlebt hat, mit welcher Selbstherrlichkeit die Landespolitik in objektive Personalentscheidungen des Gründungskonvents der Donau-Universität Krems bei der Rektorswahl (Helmut Kramer) eingegriffen hat, sollte diese in den Medien postulierte Hypothese nicht ganz verwerfen.

Fördertopf für Prototypen

Die Einstellung zur Grundlagenforschung manifestiert sich in den bereits im Oktober 2o13 von Töchterle und Mitterlehner gemeinsam initiierten Wissenstransferzentren und der Förderung für universitäre Prototypen:

"Im Rahmen eines Wettbewerbs werden neue patentierte bzw. patentfähige Einreichungen aus der Grundlagenforschung an den Universitäten von einer Fachjury ausgewählt. Die Projekte mit den besten Verwertungschancen werden unterstützt, um einen Prototyp zu erstellen."
Das klingt ganz nach zielgerichteter, angewandter Forschung, wie sie ja in der Industrie seit jeher betrieben wird. Eben wurden nun die ersten 15 Förderungen - insgesamt 1,43 Mio € vergeben. Ua für ein Substanzscreening an Modellen für Autoimmunkrankheiten (Kooperationsprojekt von MUW und Uni Wien) und für ein Projekt (wie es so schön in der Pressemitteilung heisst) zur "Anti-Tumor Wirksamkeit von Krebs-Inhibitoren" an der UIBK. Mit Grundlagenforschung haben diese Projekte sicherlich nichts zu tun. (https://www.bmwfj.gv.at/Presse/AktuellePressemeldungen/Seiten/MitterlehnerNeuePRIZE-Prototypenförderungerstmalsvergeben.aspx).

Welche Unterstützung dann für tatsächliche Grundlagenforschung zu erwarten ist, vor allem, wenn über 8 % des Budgets eingespart werden müssen, kann man sich wohl vorstellen.

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