Mens sana in corpore sano - eine multimodale, personalisierte Strategie gegen Demenz zeigt Erfolg

Do, 08.01.2026— Inge Schuster

Inge Schuster

Icon Gehirn

Die eben beendete randomisierte und kontrollierte klinische Studie Evanthea hat einen multimodalen, personalisierten Ansatz (ReCODE Protokoll) zur Umkehrung des kognitiven Abbaus im Frühstadium von Demenz getestet. Dieser Ansatz umfasst eine Kombination von optimierter Ernährung, Supplementierung von Nähr- und Vitalstoffen, Lebensstiländerungen, reduzierter Exposition gegenüber Toxinen und einer, auf einer breiten Palette von Biomarkern des Stoffwechsels basierenden Therapie. Die Studie verlief erfolgreich: Im Gegensatz zur Standardtherapie zeigten nach dem ReCODE-Protokoll behandelte Patienten statistisch signifikante Verbesserungen in kognitiven Tests (Gesamt-Kognitionsindex, Gedächtnis, Exekutivfunktionen). Bis jetzt wurde mit keiner anderen Behandlung des kognitiven Abbaus eine vergleichbar große Wirkung wie mit dem ReCODE-Protokoll erzielt.

Wir werden älter und mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für Demenzerkrankungen, wobei 60 - 70% davon auf Alzheimer-Erkrankungen fallen. Ab dem 65. Lebensjahr verdoppelt sich alle 5 Jahre die Inzidenz von Demenzen. Sind im Alter von 65 - 69 Jahren weltweit rund 1 - 2 % der Bevölkerung betroffen, so steigt deren Anteil im Alter von 75 - 79 Jahren auf 7 - 9 %, 10 Jahre später auf 24 - 30 % und ab 90 Jahren ist fast jeder zweite bis dritte Mensch dement. Aktuell gibt es in Österreich 177 000 Demenzerkrankte, in Deutschland sind es rund 1, 8 Millionen und weltweit über 57 Millionen. Entsprechend der Demographie wird deren Zahl bis 2050 auf bis zu 153 Millionen steigen. In Regionen mit hoher Lebenserwartung rangiert Alzheimer als dritthäufigste Todesursache. Das Leid der Betroffenen und ihrer Angehörigen und die enormen Kosten für die Volkswirtschaften verlangen dringend nach Therapien, die den Verlauf dieser Krankheiten zumindest aufhalten können.

Monotherapien bringen wenig Erfolg

Trotz enormem Forschungsaufwand - bislang verzeichnet die US-Plattform PubMed mehr als 260 000 Publikationen über Demenz/Alzheimer (allein 2025 waren es fast 23 500) und Tausenden klinischen Untersuchungen mit einer Fülle von Entwicklungssubstanzen und Biologika, ist bis jetzt kein wirklicher Durchbruch in der Behandlung gelungen. Als Standardtherapie werden derzeit - mit sehr bescheidener Wirksamkeit aber den Abbruch fördernden Nebenwirkungen - Medikamente eingesetzt, die eine Erhöhung des Signalstoffs Acetylcholin bewirken (u.a. Galantamin, Donepezil, Rivastigmine) oder vor einem Zuviel des Botenstoffs Glutamat schützen sollen (Memantin). Neue Ansätze verfolgen Biologika, wie die kürzlich auch in der EU registrierten Antikörper Lecanemab und Donanemab, die die für Alzheimer charakteristischen, als Auslöser angesehenen Amyloid-Plaques im Gehirn direkt eliminieren sollen. Im Frühstadium der Erkrankung verabreicht können diese Antikörper zwar deren Verlauf etwas verzögern aber nicht aufhalten oder gar rückgängig machen; dazu sind sie mit dem Risiko von schwersten Nebenwirkungen - Hirnschwellungen und Mikroblutungen - behaftet.

Alle diese Strategien gehen von einer primären Ursache der Demenz aus, gegen die ein gezielt entwickelter Wirkstoff, also eine Monotherapie, helfen soll. Was löst aber die Krankheit aus? Tatsächlich gibt es für die Entstehung der Alzheimerkrankheit zahlreichende konkurrierende Hypothesen, die von fehlgefalteten Proteinen wie Tau oder Prionen, Aggregation von Amyloid-beta, Infektionen, Entzündungsprozessen bis hin zu Typ-3 Diabetes reichen. Isoliert betrachtet hat bislang keine dieser Hypothesen zu einer wirksamen Behandlung geführt.

Wer ist Dale Bredesen?

Vor fast zehn Jahren stieß ich auf den Artikel "Reversal of cognitive decline in Alzheimer’s disease" im Fachjournal Aging [1]. Der US-amerikanische Neurowissenschafter Dale Bredesen stellte darin eine neue personalisierte Strategie vor, die den kognitiven Verfallprozess nicht nur stoppen, sondern sogar rückgängig machen könne und demonstrierte dies in einem Pilot-Versuch an Hand von 10 Fallstudien. Dies klang fast zu schön, um wahr zu sein. Da das exzellente wissenschaftliche Opus des Autors seine Seriosität und hohe Kompetenz im Fachgebiet der Neurodegeneration bescheinigte, zu dem er grundlegende Beiträge geliefert hatte, habe ich sofort ausführlich über den möglichen Durchbruch in der Alzheimertherapie im ScienceBlog berichtet [2].

Wer ist nun Dale Bredesen?

Nach einer ausgezeichneten naturwissenschaftlich-medizinischen Ausbildung hat Bredesen bereits seit den 1980er Jahren wesentliche, der Neurodegeneration zugrunde liegende Mechanismen untersucht; vorerst lag der Fokus auf neuronalen Auswirkungen von Infektionen mit AIDS und Prionen, ab den 1990-Jahren auf Demenzerkrankungen, insbesondere auf Alzheimer. Auf Bredesen zurückzuführen sind u.a. fundamentale Entdeckungen zu den Signalwegen, die zur Auslösung oder Inhibierung von Nekrose und von Apoptose von Nervenzellen führen, ebenso die Identifizierung der genetischen Apolipoprotein-Variante ApoE4, die den Fetttransport und damit Energieversorgung und Reparaturprozesse im Gehirn stört und das Risiko für Alzheimer besonders stark erhöht. Von Bredesen stammt auch eine Klassifizierung von Alzheimer in funktionelle Subtypen, die durch gestörte Stoffwechselprozesse auf Grund von Entzündung, Insulinresistenz, Steroidhormonmangel, Nährstoffmangel oder Giftstoffexposition ausgelöst/getrieben werden und - auf Basis einer eingehenden Analyse von mehr als 100 Biomarkern - eine gezieltere Behandlung von Patienten ermöglichen.

Bredesens mehr als 240 Veröffentlichungen - der Großteil in renommierten Journalen - sind zweifellos als richtungsweisend einzustufen: er gilt als hochzitierter Autoren (h-Faktor 107 in Google Scholar), wobei zahlreiche Arbeiten mehr als 1000 Mal von Fachkollegen zitiert wurden.

Ein Paradigmenwechsel zu einer multimodalen, personalisierten Therapie

Die Störungen, die Bredesen in den Signalwegen der Nervenzellen beobachtete und deren unterschiedliche Auslöser haben ihn schlussendlich erkennen lassen, dass Alzheimer nicht nur als Ansammlung von Müll in Form von Amyloid-Plaques im Gehirn verstanden werden darf, sondern als eine ausufernde Schutzreaktion auf ein Ungleichgewicht des Stoffwechsels. Untersuchungen zeigen, dass Amyloid Peptide prinzipiell positive Auswirkungen auf das Gehirn haben dürften: Sie wirken als antimikrobielle Peptide und fangen eindringende Mikroorganismen ab, sie fangen auch Toxine und Schwermetalle ab und schützen vor dem Ausbreiten von Entzündungen. Was ursprünglich als Schutzfunktion beginnt, kann bei chronischer Belastung über das ganze Leben zur Bildung schädigender Plaques führen.

Amyloid-Peptide üben - laut Bredesen - eine Schalterfunktion auf die Balance zwischen Bildung neuer Nervenverbindungen - Synapsen - ("synaptoblastische Aktivität") versus Abbau bestehender Synapsen ("synaptoclastische Aktivität") ausüben. Diese Balance kann durch zahlreiche endogene und exogene Faktoren in Richtung Abbau aber auch Aufbau von Synapsen verschoben werden. Im Jahr 2016 hat Bredesen 36 solcher Schlüsselfaktoren beschrieben (aktuell sind es um einige mehr geworden), eingeteilt nach entzündlichen, atrophischen und toxischen Subtypen der Alzheimerkrankheit (siehe oben). Diese Faktoren können von jedem verbessert werden können und - abgesehen von ihrem Effekt auf den Stoffwechsel der Nervenzellen - insgesamt auch zu einem gesünderen Lebensstil führen.

Eine Therapie, die nur auf die Optimierung eines dieser Faktoren abzielt, ist laut Bredesen wenig sinnvoll; er versinnbildlicht dies mit der Metapher von einem Dach mit 36 Löchern: Wird eines der Löcher gestopft, so regnet es durch alle anderen Löcher noch munter weiter (siehe [2]).

Das multimodale ReCODE Protokoll, ....

Auf Basis seiner Entdeckungen hat Bredesen das ReCODE (REversal of COgnitive DEcline)-Protokoll entwickelt, einen personalisierten Therapieplan, mit dem Ziel Treiber der Erkrankung zu eliminieren und den Stoffwechsel so zu verändern, dass das Gehirn optimale Voraussetzungen für seine Neuroplastizität findet. ReCODE setzt die eingehende Testung der kognitiven Fähigkeiten und eine tiefgehende Analyse von mehr als hundert Biomarkern (Blutwerte, Genetik, Hormonstatus,...) voraus und erstellt darauf basierend eine präzisionsmedizinische individuelle Behandlung entsprechend 7 Kernstrategien (Säulen):

  • Optimierte Ernährung: Angestrebt wird eine pflanzenreiche mild-ketogene, ballaststoffreiche Nahrung mit einer täglichen Fastenperiode von mindestens 12 Stunden (3 Stunden vor dem Schlafengehen) zur Förderung der Autophagie.
  • Supplementierung: Zufuhr von Hormonen und Vitaminen, für die ein Mangel besteht und von einer breiten Palette von Nähr- und Vitalstoffen, die sich positiv auf Gehirn- und Körperfunktionen auswirken.
  • Optimierte Bewegung: Gezieltes körperliches Training möglichst an frischer Luft zur Förderung von Gehirn-Wachstumsfaktoren (Neurotrophinen).
  • Ausreichend Schlaf: Angestrebt werden 7 - 8 Stunden erholsamer Schlaf pro Nacht, um die glymphatische Eliminierung von Abbauprodukten und Schadstoffen während des Tiefschlafs aus dem Gehirn zu ermöglichen, wobei auf Schlafqualität, Dauer von Tief- und REM-Schlaf und Vermeidung von Schlafapnoe geachtet wird.
  • Stressabbau: Gezieltes Training zur Senkung eines hohen Cortisolspiegels, der negative Auswirkungen auf Nervenzellen haben kann, u.a. durch bewusstes Wahrnehmen (von Atmung, Körper, Essen, Bewegung, innerer Haltung), Meditation, Yoga.
  • Gezieltes Gehirntraining: Training, das mehrere kognitive Bereiche wie Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Verarbeitungsgeschwindigkeit der Informationen gleichzeitig anspricht (über Programme wie BrainHQ,; siehe [3].).
  • Eliminierung von Umweltgiften: Vermeidung und Eliminierung von Giften - Schimmelpilzen, natürlichen Toxinen, Schwermetallen oder synthetischen Chemikalien - in Nahrung und Haushalt.

....seine bisherige klinische Testung

Um seine ReCODE-Strategie klinisch zu testen, wollte Bredesen bereits 2011 eine umfassende, placebokontrollierte klinische Pilotstudie anmelden. Der Studienplan wurde jedoch vom US Institutional Review Board, das Forschungsprotokolle vor Beginn der Studien zu prüfen hat, abgelehnt, da der multimodale Ansatz nicht in das etablierte Design für Monotherapien mit Medikamenten passte.

So veröffentlichte Bredesen 2014 nur eine erste Fallserie. 10 Patienten mit Alzheimer im Frühstadium nahmen an der Studie teil, von diesen zeigten 9 Teilnehmer innerhalb von 3 bis 6 Monaten eine deutliche Verbesserung ihrer kognitiven Fähigkeiten, 6 Patienten. die krankheitsbedingt ihre Beschäftigung aufgegeben hatten, konnten wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren [3].

2018 publizierte Bredesen Daten zu 100 Patienten, bei denen ReCODE eine dokumentierte Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten bewirkt hatte und eine Vergrößerung des Volumens des Hippocampus beobachtet wurde[4].

2021 fand eine weitere 9 Monate dauernde Pilotstudie mit 25 Teilnehmern mit milder kognitiver Beeinträchtigung/Demenz an drei Standorten statt. Bei 21 Teilnehmern verbesserten sich die kognitiven Werte, bei einem blieben sie unverändert, bei 3 Personen verschlechterten sie sich. MRT-Scans des Gehirns ergänzten die kognitiven Tests und zeigten einen signifikanten Rückgang der Atrophie (Schrumpfung) der grauen Substanz und auch des Hippocampus [5].

Aktuell haben laut Bredesen schon über 10.000 Menschen das ReCODE-Protokoll übernommen, das 2012 mit Patientin Null begann (der es immer noch gut geht: " Alzheimer's Survivor Finishes Walk Across America", https://www.judywalks.org. )

Die Evanthea-Studie

Basierend auf den Effektgrößen der 2021-Pilotstudie wurde die Studie "Precision Medicine Approach for Early Dementia & Mild Cognitive Impairment (EVANTHEA)" konzipiert [6]. Nach den bisherigen Fallstudien ist Evanthea nun die erste - laut offiziellem Titel - "randomisierte, kontrollierte Studie zur Bewertung der Wirksamkeit eines präzisionsmedizinischen Behandlungsansatzes bei einem frühen Demenzstadium und leichter kognitiver Beeinträchtigung" [7].

Insgesamt nahmen 73 Patienten im Alter von 45 bis 73 Jahren an der Studie teil, 50 davon wurden nach dem ReCODE-Protokoll behandelt, die Kontrollgruppe von 23 Personen nach Standardverfahren (US Academy of Neurology practice guidelines). Die Studie lief über 9 Monate an 6 verschiedenen Standorten und endete im November 2025. Die bereits am 30. Dezember veröffentlichten Ergebnisse (auf Preprints.org) demonstrierten die Wirksamkeit des ReCODE-Protokolls [5]. Einige Abbildungen aus diesem noch nicht einem Peer-Review unterzogenen Preprint sollen die bislang mit keiner anderen Therapie erzielten Verbesserungen der kognitiven Fähigzeiten aufzeigen.

Abbildung 1. Ergebnisse der Evanthea-Studie: Das ReCODE-Protokoll führt zur signifikanten Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten von Patienten mit milder kognitiver Beeinträchtigung/Demenz - im Gegensatz zur Standardbehandlung. (Bilder aus: Kat Toups et al. 2025 [7]. Lizenz: cc-by.)

Im Gegensatz zur Standardbehandlung führte ReCODE zu statistisch signifikanten Verbesserungen der allgemeinen kognitiven Fähigkeiten, den "CNS Vital Signs". Die Ergebnisse des Computer-basierten Tests - zusammengefasst im Neurocognitiven Index - stehen für verbales und visuelles Gedächtnis, Koordination von Gehirn und Bewegung, Reaktionszeit, komplexe Aufmerksamkeit und kognitive Flexibilität. Der Test hat keine Lerneffekte (Abbildung 1 oben).

Dass sich die die kognitiven Symptome durch die ReCODE Behandlung nicht aber durch die Standardbehandlung deutlich verbesserten, stellten voneinander unabhängig sowohl die Patienten (ohne Interpretation durch einen Arzt) fest als auch ihre Partner im klinisch validierten Alzheimer Fragebogen (Abbildung 1 unten).

Insgesamt gesehen wurde bis jetzt mit keiner anderen Behandlung des kognitiven Abbaus eine vergleichbar große Wirkung wie mit dem ReCODE-Protokoll erzielt. Abbildung 2. Auch die kürzlich eingeführten Anti-Amyloid-Antikörper sind wesentlich schwächer wirksam - Lecanemab fast um das Siebenfache, Donanemab fast um das Vierfache - und können überdies sehr schwere Nebenwirkungen wie Hirnödem, Mikroblutungen oder Atrophie hervorrufen.

Im Gegensatz dazu ist das ReCODE Protokoll frei von negativen Nebenwirkungen. Vielmehr führen die Kernstrategien des Programms zu statistisch signifikanten Verbesserungen zahlreicher Gesundheitsparameter u.a. zu niedrigerem Blutdruck, Body-Mass-Index, verbesserter Insulinsensitivität und besseren Lipidprofilen („Cholesterin“).

Abbildung 2. Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten. Forest Plot zum Vergleich der Wirkung unterschiedlicher Therapieformen in randomisierten, kontrollierten Studien: ReCODE-Protokoll (Evanthea), anti-Amyloid-Antikörper (Donnemab, Lecanemab), Änderungen des Lebensstils (PointerStudie, Ornish-Studie), personalisiertes Management von Alzheimer-Risikofaktoren Isaacson-Studie). Werte > 0 favorisieren die Therapieform. (Bild aus: Kat Toups et al. 2025 [7]. Lizenz: cc-by.)

Der Vergleich mit anderen Therapieformen bestätigt offensichtlich die Ergebnisse der Evanthea-Studie: Änderungen des Lebensstils (Pointer- und Ornish-studie) und personalisiertes Management von Risikofaktoren der Alzheimerkrankheit (Isaacson-Studie) können kognitive Beeinträchtigungen verbessern - wenn auch in geringerem Maße als das wesentlich detailreichere ReCODE-Protokoll.

Fazit

Die Ergebnisse der Evanthea-Studie werden wohl die Diskussion darüber verstärken, dass Lebensstil und Stoffwechselgesundheit dermaßen viel Einfluss auf die Prävention und Behandlung von Demenz haben. Mehr und mehr Mediziner prioriseren bereits eine (medikamentenfreie) Behandlung von  Demenzerkrankungen mit Lifestyle-Änderungen und/oder Reduktion von Risikofaktoren. Hinzu kommt, dass auch die Weltgesundheits-Organisation (WHO) ab 2026 den Schwerpunkt der Alzheimer-Therapie auf einen multimodalen Ansatz legt, der pharmazeutische Behandlungen mit Lebensstilinterventionen und kognitivem Support kombiniert.

Auch bei anderen nichtübertragbaren Erkrankungen wie beispielsweise Diabetes Typ2, Herz-Kreislauferkrankungen oder psychischen Störungen erfolgt in der Medizin gerade ein Umdenken: Anstelle der "Pille für alles" stehen nun multimodale personalisierte Therapien im Fokus. Dass dies einen fundamentalen Wandel für den gesamten Forschungs-und Entwicklungsprozess von Arzneitteln bis hin zu einem völlig veränderten Design der klinischen Studien erfordert, ist offensichtlich. Europäische und US-amerikanische Arzneimittelbehörde (EMA und FDA) sagen, dass sie auf derartige Studiendesigns vorbereitet sind.


 [1] Dale Bredesen et al., Reversal of cognitive decline in Alzheimer's disease. Aging (Albany NY). 2016 Jun;8(6):1250-8. doi: 10.18632/aging.100981.

[2] Inge Schuster, 24.06.2016: Ein Dach mit 36 Löchern abdichten - vorsichtiger Optimismus in der Alzheimertherapie.

[3] Dale Bredesen, Reversal of cognitive decline: A novel therapeutic program. Aging (Albany NY). 2014 Sep 27;6(9):707–717. doi: 10.18632/aging.100690.

[4] Dale Bredesen et al., Reversal of Cognitive Decline: 100 Patients. J Alzheimers Dis Parkinsonism 2018, 8:5. DOI: 10.4172/2161-0460.1000450

[5] Kat Toups et al., Precision Medicine Approach to Alzheimer’s Disease: Successful Pilot Project. J. Alzheimer Dis. 2022, 88, 4,https://doi.org/10.3233/JAD-215707.

[6] Alzheimer's Prevention and Reversal Project, Inc Precision Medicine Approach for Early Dementia & Mild Cognitive Impairment (EVANTHEA). https://clinicaltrials.gov/study/NCT05894954

[7] Kat Toups et al., Precision Medicine Treatment of Alzheimer’s Disease: Successful Randomized Controlled Trial. Preprints.org. Posted Date: 30 December 2025. doi: 10.20944/preprints202512.2694.v1