Organoide als Modell für Rückenmarksverletzungen
Fr, 20.02.2026 — Ricki Lewis
Wissenschafter der Northwestern University haben das bisher am weitesten fortgeschrittene Organoidmodell für menschliche Rückenmarksverletzungen entwickelt: Rückenmark-Organoide. Hergestellt aus humanen pluripotenten Stammzellen enthalten diese miniaturisierten Organe Neuronen, Astrozyten und Mikroglia (Immunzellen im ZNS) und bilden eine strukturierte Architektur von Nervengewebe. Die Genetikerin Ricki Lewis beschreibt eine eben erschienene Studie dieser Forschergruppe, die diese Organoide einsetzte, um relevante Arten von Rückenmarksverletzungen zu modellieren und eine aussichtsreiche, im Tierversuch zuvor erfolgreiche Peptid-Nanotherapie zu testen.*
Es braucht eine rasche Kurskorrektur, um ein „Treibhaus-Erde“-Szenario zu verhindern
Sa, 14.02.2026 — IIASA
Das Klima der Erde entfernt sich derzeit von den stabilen Bedingungen, welche die menschliche Zivilisation seit Jahrtausenden geprägt haben. Laut neuen - unter Beteiligung des IIASA erzielten - Forschungsergebnissen scheinen mehrere Komponenten des Erdsystems näher an einer Destabilisierung zu sein als bisher angenommen wurde. Das Überschreiten kritischer Temperaturschwellen könnte selbstverstärkende Rückkopplungen und Kippdynamiken auslösen, welche die Folgen der globalen Erwärmung verstärken und den Planeten auf einen Treibhauskurs mit lang anhaltenden und möglicherweise irreversiblen Folgen bringen könnten. Wie die jüngste politische Entwicklung zeigt, bleibt das Bewusstsein für diese Risiken begrenzt.*
Wie kann das Gehirn auch im hohen Alter noch gesund erhalten werden?
Do, 05.02.2026 — Nora Schultz
Ein kleiner Teil der Bevölkerung – wahrscheinlich fünf Prozent oder weniger – hat auch mit über 80 Jahren noch ein Gehirn und ein Gedächtnis wie sonst 50- oder 60-Jährige. Was man von solchen Superagern lernen kann, könnte künftig noch mehr Menschen dabei helfen, im Alter eine gute Gehirnfunktion zu bewahren. Kann man die Leistungsfähigkeit des Gedächtnisses steigern? Welches verborgene Potenzial hat das Gehirn und wo liegen die Grenzen? Wie kann das kognitive Potenzial des Gehirns mobilisiert und gesteigert werden? Dies sind Fragen, denen sich in Deutschland der Sonderforschungsbereich (SFB) 1436 „Neurale Ressourcen der Kognition” widmet.*
Sind Cannabis-basierte Arzneimittel bei Neuropathien wirksam?
Fr, 30.01.2026— Inge Schuster
Die medikamentöse Behandlung von Neuropathien ist derzeit unbefriedigend. Eine Jahrtausende alte Anwendung von Cannabis in der Volksmedizin aber auch neue wissenschaftliche Erkenntnisse weisen auf ein hohes Potential von Cannabis-basierten Arzneimitteln in der Schmerzbekämpfung hin, da diese Stoffe mit dem für die Regulierung des Schmerzempfindens wichtigen Endocannabinoid-System unseres Körpers interagieren und es modulieren. Es gibt auch Schmerzpatienten, die von positiven Erfahrungen mit Cannabis‐basierten Präparaten berichten und Medien greifen solche Berichte häufig auf. Wie allerdings die aktuelle Cochrane-Analyse zeigt, können klinische Studien bis jetzt keine eindeutige Evidenz für eine schmerzlindernde Wirkung dieser Stoffe bei Neuropathien liefern. Die Aussagekraft der meisten klinischen Studien litt jedoch unter qualitativ schlechter Versuchsführung, einer niedrigen Teilnehmerzahl und zu kurzer Versuchsdauer.
Von lebenden Gebäuden bis hin zu Multitasking-Heimrobotern – wie sich Europas Forscher die Zukunft vorstellen
Do, 15.01.2026 — Redaktion
Mit einem Gesamtbudget von rund 95,5 Mrd. € für die Jahre 2021–2027 ist das EU-Forschungsrahmenprogramm Horizon Europe das weltweit größte Förderprogramm für Forschung und Innovation. Von der EU geförderte Forscher sind daran unser Leben, unsere Arbeit und unsere Städteplanung umzugestalten. Fünf derartige Projekte (Gesamtfördervolumen rund 38 Mio €) werden Im folgenden Artikel vorgestellt; sie betreffen: Lebende Gebäude, Quantencomputer, Safety by Design, Heimroboter und KI-gestützte Pandemievorsorge. *
Mens sana in corpore sano - eine multimodale, personalisierte Strategie gegen Demenz zeigt Erfolg
Do, 08.01.2026— Inge Schuster
Die eben beendete randomisierte und kontrollierte klinische Studie Evanthea hat einen multimodalen, personalisierten Ansatz (ReCODE Protokoll) zur Umkehrung des kognitiven Abbaus im Frühstadium von Demenz getestet. Dieser Ansatz umfasst eine Kombination von optimierter Ernährung, Supplementierung von Nähr- und Vitalstoffen, Lebensstiländerungen, reduzierter Exposition gegenüber Toxinen und einer, auf einer breiten Palette von Biomarkern des Stoffwechsels basierenden Therapie. Die Studie verlief erfolgreich: Im Gegensatz zur Standardtherapie zeigten nach dem ReCODE-Protokoll behandelte Patienten statistisch signifikante Verbesserungen in kognitiven Tests (Gesamt-Kognitionsindex, Gedächtnis, Exekutivfunktionen). Bis jetzt wurde mit keiner anderen Behandlung des kognitiven Abbaus eine vergleichbar große Wirkung wie mit dem ReCODE-Protokoll erzielt.
Die Sterne und der Raum - eine populärwissenschaftliche ("Weihnachts"-)Vorlesung in Wien vor 100 Jahren
Sa, 27.12.2025 — Samuel Oppenheim
Ist das Weltall endlich oder unendlich groß? Dieses Problem hat der österreichische Astronom Samuel Oppenheim in einem populärwissenschaftlichen Vortrag im Verein zur Verbreitung naturwissenschaftlicher Kenntnisse in Wien diskutiert - zu einer Zeit als es die Big Bang Theorie noch nicht gab und die Leistungsfähigkeit der Fernrohre noch sehr beschränkt war. Oppenheim hat bedeutende Beiträge zur Himmelsmechanik, zur Sternkinematik, der Berechnung von Kometen- und Kleinplanetenbahnen und zum Einfluss der Gravitation geleistet.*
Strömungsforschung für eine verbesserte Effizienz von Windkraftanlagen
Mi, 17.12.2025 — Andreas Merian
Windräder können sich gegenseitig den Wind klauen. Denn direkt hinter einem Windrad ist die Luftströmung turbulent und enthält weniger Energie. Das wird bei der Planung von Windparks zwar bereits berücksichtigt, doch neue Erkenntnisse wie die von Claudia Brunners Team am Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen könnten helfen, die Verluste weiter zu minimieren. Die Untersuchungen knüpfen an die Anfänge der Strömungsforschung in Göttingen an, die zur Gründung des Instituts vor 100 Jahren führten.*
Alle Gebäude dieser Welt - Der GlobalBuildingAtlas
Sa, 13.12.2026. — Redaktion
Wie viele Gebäude gibt es auf unserer Erde, wie groß sind sie und wie sehen sie in 3D aus? Basierend auf Satellitenaufnahmen hat ein Forscherteam der Technischen Universität München (TUM) erstmals eine hochauflösende 3D-Karte (nahezu) aller Gebäude weltweit erstellt. Der riesige Datensatz dieses Global Building Atlas umfasst 2,75 Milliarden Gebäude und ist frei zugänglich. Die Daten liefern eine fundierte Grundlage für die Analyse und Entwicklung von Urbanisierung und Infrastruktur und für das Modellieren von Energieverbrauch und Emissionen. Die Kenntnis von Gebäudestruktur und -dichte ermöglicht auch eine bessere Risikobewertung von lokalen bis hin zu globalen Umweltauswirkungen und ein effizienteres Katastrophenmanagement.





