Wer folgt eher unethischen Anweisungen: Menschen oder Maschinen?
Di, 18.06.2026— Zoe Rahwan
KI-Assistenten prägen unseren Alltag – von Einkäufen bis zur Steuererklärung. Ein Forschungsteam des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung untersuchte in 13 Experimenten mit über 8.000 Teilnehmenden den Einfluss von KI auf Ehrlichkeit. Das Ergebnis: Menschen handeln unehrlicher, wenn sie Aufgaben an KI delegieren, und KI befolgt unethische Anweisungen häufiger als Menschen. Schutzmechanismen greifen nur begrenzt. Viele Teilnehmende wollten die Aufgaben danach wieder selbst übernehmen. Die Stärkung moralischer Selbstständigkeit könnte helfen, dass KI verantwortungsvoll genutzt wird.*
Das chemische Vermächtnis von Louis Pasteur
Fr, 12.06.2026— Joe Schwarcz
Üblicherweise assoziiert man den Namen von Louis Pasteur mit der Keimtheorie, die besagt, dass Infektionskrankheiten durch Mikroorganismen verursacht werden. Pasteur war allerdings Chemiker und hat einen wesentlichen Beitrag zum Verständnis der Struktur von Molekülen geleistet. Der Chemiker Joe Schwarcz, Direktor des Office for Science and Society an der McGill University (Montreal) erzählt hier über Pasteurs bahnbrechende Entdeckung der Asymmetrie von organischen Molekülen - d.i. chemisch "identische" Moleküle können in spiegelbildlicher "linkshändiger" und "rechtshändiger"Form existieren -, die als Geburtsstunde der modernen organischen Chemie gelten kann.*
- Read more about Das chemische Vermächtnis von Louis Pasteur
- Log in to post comments
Wie Neutrophile Granulozyten Erreger abfangen und töten
Do, 04.06.2026 — Arturo Zychlinsky

Um Erreger zu beseitigen, kennt unser Immunsystem viele Wege. Einen besonderen Mechanismus erforscht das Team um Arturo Zychlinsky (Direktor am Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie, Berlin) seit zwanzig Jahren: Die Neutrophil Extracellular Traps. Immunzellen werfen dabei ihre DNA wie ein Netz gegen Erreger aus. Die Forscher haben jetzt das Protein hinter diesem Mechanismus entdeckt. Die Myeloperoxidase löst zum einen die Verpackungseinheiten der DNA auf, damit sie ausgeworfen werden kann. Zum anderen bindet Myeloperoxidase an die so hergestellten DNA-Netze und produziert Säure, um eingefangene Erreger unschädlich zu machen.*
Pflanzenbasierte Nahrung - eine erste umfassende Studie zu deren Kontamination mit Mykotoxinen
Fr, 29.05.2026 — Redaktion
Von Schimmelpilzen produzierte Mykotoxine kommen überall in der Biosphäre vor und ein Kontakt mit diesen Giftstoffen ist kaum vermeidbar. Eine neue Studie hat erstmals ein breites Spektrum von 212 in England hergestellten pflanzenbasierten Produkten – Fleischersatzprodukten und pflanzlichen Drinks - auf deren Gehalt an 19 der häufigsten Mykotoxine untersucht. Es waren alle Proben mit Mykotoxinen kontaminiert. Wenn auch die einzelnen Mykotoxin-Werte unter den von der EU definierten Grenzwerten lagen, so fand sich in den meisten Proben ein Cocktail aus mehreren Toxinen, dessen additive/synergistische Auswirkungen auf unsere Gesundheit nicht bekannt ist.
Über den ›Konsens‹ – eine Einordnung
So, 24.05.2026 — Matthias Wolf
Immer wieder wird ›Konsens‹ in den Naturwissenschaften als fortschrittverhindernd hingestellt: Außenseitermeinungen würden marginalisiert und letztendlich unterdrückt, obwohl sie in der Vergangenheit schon oft richtig lagen. Aber stimmt das denn so überhaupt? Eine Würdigung im Licht aktueller wissenschaftsskeptischer Diskurse (am Beispiel der Klimadiskussion).
- Read more about Über den ›Konsens‹ – eine Einordnung
- Log in to post comments
CO₂-Sequestrierung: Pflanzen von Bäumen kann der Umwelt schaden – oder sie schützen
Fr, 15.05.2026 — IIASA
Szenarien, die mit den globalen Klimazielen im Einklang stehen, sehen in der Regel den Abbau von Milliarden Tonnen Kohlendioxid durch flächenintensive Methoden wie Aufforstung und Bioenergie mit Kohlenstoffabscheidung und -speicherung vor. Ein derart groß angelegter Einsatz flächenintensiver Maßnahmen kann negative Folgen für die biologische Vielfalt haben. Gemeinsam mit Kollegen vom Potsdamer Institut für Klimawirkungsforschung haben IIASA Forscher die komplexen Abwägungen untersucht, die mit dem Pflanzen von Bäumen zur Entfernung von Kohlenstoff aus der Atmosphäre verbunden sind und zeigen dabei auf, wie solche Maßnahmen je nach Art und Ort ihrer Umsetzung Umweltziele unterstützen oder untergraben können.*
Superager-Forschung: Kann die Leistungsfähigkeit des Gedächtnisses gesteigert werden?
Fr 8. 5.2026— Christian Wolf
Die Mikro- und Makro-Architektur unseres Gehirns gibt biologische Grenzen für die Leistungsfähigkeit von Gedächtnis, Aufmerksamkeit sowie Lernvermögen vor. Doch innerhalb dieser Grenzen gibt es eine große Variabilität, und durch spezifisches Training können individuelle kognitive Fähigkeiten verbessert werden. Der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Sonderforschungsbereich 1436 zielt darauf ab, überprüfbare Theorien zur Leistungsgrenze des menschlichen Gehirns zu entwickeln und Methoden zur Leistungssteigerung zu erforschen. Mehr als 40 Forscher in insgesamt 20 Einzelprojekten arbeiten derzeit daran zu verstehen, welche neurobiologischen Prinzipien die kognitiven Ressourcen begrenzen und wie diese Ressourcen voll erschlossen oder gar gesteigert werden können.*
Der CUSP-Cluster: eine EU-Initiative um die Auswirkungen von Mikro- und Nanoplastiken auf den menschlichen Körper zu verstehen
Fr. 1.5.2026 — Redaktion
Von der Stadtluft bis zum Trinkwasser – es ist kaum möglich Mikro- und Nanoplastiken (MNPs) zu vermeiden und es bestehen erhebliche Wissenslücken, die eine zuverlässige Risikobewertung von MNPs für den Menschen erschweren. Finanziert von der Europäischen Kommission mit rund 30 Millionen Euro hat ein multidisziplinäres Team aus 21 Ländern und 75 Organisationen in fünf groß angelegten Forschungsprojekten (CUSP-Cluster) untersucht, wie diese winzigen Partikel auf unsere Körper wirken und welche langfristigen Auswirkungen sie auf die Gesundheit haben.*
Wie Träume und Froschherzen zur Entdeckung von Neurotransmittern führten
Fr, 24.04.2026— Joe Schwarcz
1921 erwachte Otto Loewi aus einem Traum mit der Idee für ein Experiment, das bewies, dass Nerven Chemikalien zur Kommunikation nutzen und nicht nur Elektrizität. Indem er zeigte, dass die Stimulation des Herzens eines Frosches eine Substanz freisetzt, die ein anderes Froschherz verlangsamt, entdeckte er den ersten Neurotransmitter – Acetylcholin – und startete die moderne Neuropharmakologie. Sein Durchbruch veränderte die Medizin, auch wenn sein Leben später von den Nazis trotz seiner mit dem Nobelpreis ausgezeichneten Arbeit auf den Kopf gestellt wurde.*






