Manfred Eigen

Alles Leben ist Chemie - von der Selbstorganisation chemischer Bausteine zu Vorstufen des Lebens und deren Evolution zu komplexen Lebensformen. In memoriam Peter Schuster (1941 - 2026)

Di, 14.07.2026— Inge Schuster

Inge Schuster

Icon wissenschaftsgeschichte

Vor einem Monat ist Peter Schuster gestorben. Er zählt zu den international bedeutendsten Vertretern der theoretischen Chemie und hat über Fächergrenzen hinweg eine Brücke zwischen Chemie, Physik und Mathematik gebaut. Auf ihn gehen grundlegende Arbeiten zu Struktur und Dynamik von RNA, zur Evolution auf molekularer Ebene in einer RNA-Welt und zur mathematischen Beschreibung komplexer Systeme zurück. National und international für seine Forschungen hochdekoriert war Peter Schuster auch als Wissenschaftsorganisator äußerst erfolgreich. Ich habe 66 Jahre - eine ungewöhnlich lange, überaus glückliche und völlig harmonische Zeit - an seiner Seite verbracht; verständlicherweise ist mein Nachruf auf ihn persönlich gefärbt.

Manfred Eigen: Von "unmessbar" schnellen Reaktionen zur Evolution komplexer biologischer Systeme

Do, 04.05.2017 - 10:04 — Inge Schuster

Inge SchusterIcon WissenschaftsgeschichteIn wenigen Tagen feiert Manfred Eigen seinen 90. Geburtstag. Der langjährige ehemalige Direktor am Max-Planck Institut für Biophysikalische Chemie in Göttingen ist einer der vielseitigsten deutschen Naturwissenschafter: Seine bahnbrechende Arbeiten haben das Tor zu bis dahin für unmessbar schnell gehaltenen chemischen Reaktionen und deren Mechanismen geöffnet. Seine Fragen zur Evolution haben zu Theorien der Selbstorganisation komplexer Moleküle geführt und daraus zur evolutiven Biotechnologie, einem neuen, kommerziellen Zweig der Biotechnologie. Eigen hat zahllose renommierteste Auszeichnungen und Ehrungen erhalten, die Krönung war der Nobelpreis für Chemie im Jahr 1967 . Mein Mann und ich hatten das Glück als Postdocs an Manfred Eigens Institut arbeiten zu können.

Letale Mutagenese — Strategie im Kampf gegen Viren

Fr, 24.05.2013 - 11:13 — Peter Schuster

Icon BiologiePeter SchusterDie Vermehrung von Viren ist durch eine sehr hohe Mutationsrate geprägt. Dabei entstehen genetisch uneinheitliche Populationen , sogenannte Quasispezies, die sich in einem dynamischen Gleichgewicht von Mutation und Selektion befinde und damit einem Evolutionsprozeß unterliegen, der u.a. erhöhte Infektiosität und Pathogenität mit sich bringt. Eine weitere Erhöhung der Mutationsrate durch geeignete mutagene Verbindungen kann jedoch zur Auslöschung der Quasispezies-Populationen führen. Letale Mutagenese erscheint daher erfolgversprechend als eine neue Strategie im Kampf gegen virale Infektionen und deren Ausbreitung.